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11/06/2024

Zielbild für Zentralbereiche sowie Forschung und Entwicklung bei ZF in Friedrichshafen vereinbart

  • Vereinbarung soll Wirtschaftlichkeit und Flexibilität steigern
  • Betriebsbedingte Kündigungen bis 30. Juni 2028 ausgeschlossen
  • Schwankungen beim Personalbedarf sollen einfacher über interne Lösungen abgedeckt werden können

Friedrichshafen. ZF hat sich für die Konzernzentrale mit den Zentralfunktionen sowie den Forschungs- und Entwicklungsbereichen („Betrieb Z“) mit der Arbeitnehmervertretung auf ein Zielbild geeinigt. Es umfasst auch den ebenfalls am Standort angesiedelten Bereich ZF Mobility Solutions („Betrieb XAZ“). Bis 30. Juni 2028 gilt eine Sicherung der Beschäftigung durch den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

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Zielbild für Zentralbereiche sowie Forschung und Entwicklung bei ZF in Friedrichshafen vereinbart

Die Vereinbarung durchzieht der Gedanke, die Rolle der Betriebe als Sitz der Konzernzentrale, als Leitstandort für Forschung und Entwicklung sowie als Anbieter für Produkt- und Software-Lösungen für Transport- und Mobilitätsdienstleister zu stärken und dauerhaft zu sichern. „Der tiefgreifende Wandel unserer Branche erfordert die Bereitschaft und den Mut zur Veränderung. Mit der neuen Vereinbarung haben wir gemeinsam Voraussetzungen geschaffen, um mehr Wirtschaftlichkeit und Flexibilität zu erhalten, den Standort weiterzuentwickeln und ihn an aktuelle Entwicklungen anzupassen“, sagt Dr. Lea Corzilius, ZF-Personalvorständin und Arbeitsdirektorin.

Franz-Josef Müller, Vorsitzender des Z-Betriebsrats, sagt zu der Zielbildvereinbarung: „Nachdem wir Anfang Dezember 2023 die Verhandlungen zum Zielbild für gescheitert erklärt hatten und mit den Beschäftigten Mitte Januar 2024 zu einer gemeinsamen Kundgebung vor die Konzernzentrale zogen, kam im Februar 2024 wieder Bewegung in die Sache. Die Verhandlungen haben lange gedauert, aber wir haben nicht lockergelassen. Die Beschäftigungssicherung bis Mitte 2028 gibt den Kolleginnen und Kollegen Sicherheit – das war uns immens wichtig. Die Beschäftigten können sich nun trotz schwieriger Rahmenbedingungen ganz ihren eigentlichen Aufgaben widmen. Gerade jetzt brauchen wir die Innovationskraft, die Friedrichshafen schon immer stark gemacht hat.“

Neben einer starken Hauptverwaltung des global agierenden Unternehmens ZF definiert das Zielbild die Verantwortlichkeiten der weiteren Bereiche. Friedrichshafen bleibt ein zentraler Standort für Innovation und Technologieentwicklung, die in verschiedenen Kompetenzzentren angesiedelt sind.

Mehr Möglichkeiten für flexibleren Personaleinsatz

Um auf Veränderungen beim Personalbedarf flexibler reagieren zu können, sieht das Zielbild die Etablierung einer sogenannten Personaldrehscheibe vor, wenn aktuelle Beschäftigungspositionen aufgrund von Effizienzsteigerung entfallen oder sich Verschiebungen im Bedarf bestimmter Qualifikationen abzeichnen. Begleitend wird neuer Qualifizierungsbedarf mit den existierenden Qualifizierungsangeboten abgeglichen, um bei Bedarf neue Angebote zu erarbeiten und den Mitarbeitern durch Weiterqualifizierung den Umstieg zu erleichtern.

Weiterentwicklungen sind im Zielbild auch für die Ausgestaltung der Zeitkonten der Mitarbeiter sowie der Betriebsnutzungszeit der Erprobungs- und Prüfbereiche vorgesehen. Details hierzu werden in den nächsten Monaten gemeinsam von den Betriebsparteien erarbeitet und teils in Pilotprojekten erprobt. Die erweiterten Servicezeiten der Prüfeinrichtungen und die damit einhergehenden Effizienzgewinne tragen dazu bei, Beschäftigung und Prüfkapazitäten am Standort Friedrichshafen zu sichern. Das gilt auch für einen flexibleren Einsatz der betrieblichen und persönlichen Zeitkonten.

In den nächsten Jahren soll auch die bauliche Infrastruktur des ZF-Standorts Friedrichshafen weiterentwickelt werden. Investitionen sind unter anderem dafür vorgesehen, die heute teils auf die verschiedenen Standorte im Friedrichshafener Stadtgebiet verteilten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen räumlich bestmöglich in funktionalen Nachbarschaften zusammenzuführen. Dazu zählt auch die weitere Umsetzung des „ZF-Work“-Konzeptes, das beispielsweise mobile Arbeit und sogenannte non-territoriale Arbeitsplätze vorsieht. Hier teilen sich Mitarbeiter – je nach Arbeitsaufgabe und Anwesenheit – ihre Büroarbeitsplätze.

Über die Verhandlungen

Die Zielbildverhandlungen erfolgten im Rahmen des Tarifvertrags Transformation, den ZF im Juli 2020 mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall geschlossen hatte. Seine Grundidee: Statt kurzfristige Strukturmaßnahmen einzuleiten, sollten Zielbilder auf Standortebene erarbeitet werden, um sie wettbewerbsfähiger zu machen und sie auf die Herausforderungen in Folge der Transformation der Automobilindustrie und des beschleunigten Wandels zur Elektromobilität auszurichten. Ebenso galt es, kurzfristige Reaktionsmöglichkeiten auf die seinerzeit durch den Ausbruch der Corona-Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen zu eröffnen.

Am ZF-Standort Friedrichshafen waren per 31. Dezember 2023 rund 10.300 Mitarbeiter beschäftigt. Davon zählen rund 4.900 zu den Betrieben Z und XAZ, die die Zentralbereiche des Konzerns sowie Forschung und Entwicklung und den Bereich ZF Mobility Solutions umfassen. Rund 5.400 Beschäftigte gehören zum Betrieb N, zu dem die Divisionen Commercial Vehicle Solutions, Industrietechnik und Aftermarket am Standort Friedrichshafen zählen.

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Dr. Jochen Mayer

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