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06/09/2023

Streckenschäden präzise detektiert: ZF präsentiert Track Monitoring für digitale Gleis-Inspektion

  • Neue Funktion erweitert Condition Monitoring System connect@rail um Infrastruktur-Überwachung
  • Track Monitoring unterstützt Betreiber bei präziser Wartungsplanung des Streckennetzes
  • ZF präsentiert neues Feature erstmals auf dem Railway Forum (6.-7. September) in Berlin

Friedrichshafen / Berlin. Ob Risse, Riffelbildung, Brüche oder Ausbröckelungen: Selbst augenscheinlich kleine Mängel am Gleis können ernste Folgen haben. Bahnbetreiber müssen ihr Streckennetz daher fortwährend in Stand halten. Zu wissen, wo und wann Wartungsarbeiten notwendig sind, ist daher für einen reibungslosen Betrieb unerlässlich. Hier unterstützt ZF mit der neuen Track-Monitoring-Funktion von connect@rail, der digitalen Plattform für Zustandsüberwachung. Track Monitoring unterstützt Verkehrsverbünde und Bahnunternehmen in der präzisen Ortung potenzieller Gleisschäden und erhöht so die Sicherheit sowie den Fahrkomfort. ZF präsentiert die neue Erweiterungsfunktion und weitere Produktinnovationen für den Schienenverkehr an seinem Messestand (B04) bei der diesjährigen Fachkonferenz Railway Forum (6.-7. September) in Berlin.

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Streckenschäden präzise detektiert: ZF präsentiert Track Monitoring für digitale Gleis-Inspektion

Viel muss sie aushalten, die Schiene. Schon jetzt gelten rund 3.500 Streckenkilometer – und damit rund 10 Prozent – des deutschen Bahnnetzes als hochbelastet. Auf diesen Abschnitten allein kommen pro Jahr rund 235 Millionen Zugkilometer zusammen. Tendenz stark steigend. Umso wichtiger ist es daher, diese Infrastruktur bestens in Schuss zu halten. „ZF ist optimal aufgestellt, um unsere Kunden bei dieser wichtigen und aufwendigen Aufgabe zu unterstützen. Dazu verknüpfen wir unsere langjährige Branchenexpertise mit unserem digitalen Know-how“, sagt Alan Dittrich, bei ZF Head of Digital Solutions for Rail, am Rande der Fachkonferenz Railway Forum. Dort stellt das Unternehmen das neue Feature „Track Monitoring“ vor, das demnächst Teil von connect@rail sein wird, der digitalen Komplettlösung für die modulare Zustandsüberwachung im Schienenverkehr.

Streckenschäden: kleine Mängel, große Wirkung

„Schäden an der Schiene mögen für Laien augenscheinlich wie gewöhnliche Abnutzungserscheinungen aussehen. Doch das trügt“, so Dittrich. Ein durchschnittlicher Regionalzug bringt im Schnitt rund 120 Tonnen auf die Waage und oft bis zu 160 Stundenkilometer auf den Tacho. „Bei dieser Belastung können Brüche, Riffelbildung, Abbröckelungen oder Kantenrisse enorme Konsequenzen haben“, erläutert Dittrich. Solche und weitere Mängel sind in der Hälfte der Fälle die Ursache für Entgleisungen. Aber auch wenn es nicht zum Extremfall kommt, leiden Fahrgäste unter schlechter Streckenwartung. Denn Schienendefekte führen zu störendem Lärm und Vibrationen im Wagon, was den Fahrkomfort schmälert. Bisherige Lösungen zur Inspektion – namentlich die Streckenkontrolle, in der „Suchtrupps“ das Netz ablaufen – sind zeit- und kostenintensiv. Hier bietet ZF mit dem Track-Monitoring-Feature von connect@rail eine vergleichsweise einfache, und trotzdem präzise Lösung an.

Die Heatmap: Farben machen Schäden sichtbar

Track Monitoring basiert auf dem existierenden Zustandsüberwachungssystem connect@rail von ZF, das sich bereits seit Jahren erfolgreich bewährt hat. Die neue Funktionalität setzt sich aus drei Kernkomponenten zusammen: Bluetooth-basierten Sensoren, Telematik-Gateways sowie Cloud-Konnektivität inklusive Datenvisualisierung in einem userfreundlichen Dashboard. Je zwei Heavy Duty TAGs – ein Sensor pro Rad – werden auf dem Drehgestell nahe der Achse platziert. Dort erfassen sie in Echtzeit Beschleunigungsdaten, die in den VCU Pro Onboard Unit Gateways gesammelt und an die ZF-Cloud gesendet werden. In dieser wiederum agiert ein Algorithmus, der aus minimalen Abweichungen und Muster in den Daten mögliche Gleisschäden herauslesen und dank GPS-Funktion der Sensoren präzise im Schienennetz verorten kann.

Die gesammelten Daten werden im Anschluss als Heatmap über das kundenspezifische Dashboard visualisiert. Der Streckenbetreiber erkennt an den jeweiligen Farben, welche Teile des Gleisnetzes potenziell betroffen sind. „Dadurch erhalten unsere Kunden punktuelle, spezifische und frühzeitige Wartungsinfos, was die Instandhaltung des Gleises enorm vereinfacht und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt – vom Komfort und der Sicherheit für die Passagiere ganz zu schweigen“, erklärt Dittrich. In der nächsten Generation sollen nicht nur Schadenspositionen, sondern auch -typen erkannt werden. „Für diese Fähigkeit sammeln und labeln wir derzeit große Datenmengen, um anschließend den Algorithmus entsprechend sensibilisieren zu können.“ Ein weiterer Bonus: connect@rail ist auch als Nachrüstlösung erhältlich. So können Betreiber von der digitalen ZF-Lösungen profitieren, ohne ihre Flotte erneuern zu müssen.

Marktstart von Track Monitoring und ZF-Auftritt beim Railway Forum 2023

ZF plant, Track Monitoring im kommenden Jahr in den Markt einzuführen. Das Unternehmen arbeitet derzeit mit einem süddeutschen Nahverkehrsbund zusammen, der drei Fahrzeuge mit dem neuen Feature ausgestattet hat. Die Züge sind derzeit im normalen Betrieb unterwegs. Eine Win-Win-Situation: ZF kann so reale Daten für die nächsten Entwicklungsschritte sammeln, der Kooperationspartner wird bei der Streckenkontrolle unterstützt.

ZF wird das neue Track Monitoring Feature, das Gesamtsystem connect@rail sowie weitere Innovationen für die Bahnbranche an seinem Stand B04 bei der Fachkonferenz Railway Forum (6.-7. September, Estrel Congress Center) in Berlin präsentieren.

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Eva Weiß

Eva Weiß

Marketing & Kommunikation Division Industrietechnik
Gernot Hein

Gernot Hein

Leiter Kommunikation & Public Affairs / Pressesprecher, Division Industrietechnik