Presseinformation
Erste Wahl in Washington D.C.: ZF stellt Getriebe für Metro der amerikanischen Hauptstadt
- Neues Stirnradgetriebe auf spezifische Anforderungen des städtischen Gleisnetzes hin entwickelt
- Leicht und leistungsfähig: Getriebe bringt 80 Kilogramm weniger auf die Waage als das Vorgängermodell
- Erster Auftrag von Hitachi Rail für Metro Washington umfasst 256 Fahrzeuge
Friedrichshafen / Washington (District of Columbia). ZF produziert ein neuentwickeltes, zweistufiges Stirnradgetriebe für den Verkehrsbund der amerikanischen Hauptstadt, Washington Metropolitan Area Transit Authority (WMATA). Die ersten Einheiten werden im Juli 2023 ausgeliefert und feiern ihre Premiere an Bord der neuen Fahrzeugreihe WMATA 8000 von Hitachi Rail. Von der ersten Designskizze an auf die besonderen Anforderungen des US-Schienennetzes ausgelegt, überzeugt das neue Getriebe mit einem hohen Wirkungsgrad bei geringem Gewicht und optimierter Laufruhe.
In Washington D.C. laufen viele Fäden zusammen. Hier wird über US- und Weltpolitik entschieden, aber auch viele Wirtschaftssektoren – allen voran in Wissenschaft, Technik und Medien – zeigen hier Präsenz. Infolgedessen ist das Gebiet die sechsgrößte Metropolregion der Vereinigten Staaten, und entsprechend groß ausgelegt ist auch das Stadtbahnsystem, die Metro Washington. Eröffnet 1976 umfasst das Netz heute sechs Linien, 91 Stationen und rund 188 Kilometer Schiene. Mit einem durchschnittlichen Passagieraufkommen von über 220.000 Personen pro Werktag wird sie nur von der New Yorker Subway übertroffen, was die Auslastung betrifft.
Diese intensive Nutzung verlangt nach Technologie, die robust und zuverlässig performt. Als der Verkehrsverbund Washington Metropolitan Area Transit Authority (WMATA) daher eine Order für die Verjüngung der Flotte ausschrieb, erhielt am Ende Hitachi Rail den Zuschlag – der wiederum ZF als bewährten Partner für den Antriebsstrang an Bord holte. Das Resultat: Ein neuentwickeltes, zweistufiges Stirnradgetriebe von ZF feiert im Juli 2023 seine Premiere im ersten Zug des neuen Typs WMATA 8000, der dann aus dem Depot rollt. Der Erstauftrag umfasst insgesamt 256 Fahrzeuge.
Von Grund auf optimiert auf Kundenbedürfnisse
„Wir haben intensiv daran gearbeitet, das Getriebe optimal auf die Anforderungen der WMATA hin zu entwickeln“, so Dieter Panowitz, Produktentwicklung Bahn-Antriebssysteme. Hauptfokus lag dabei auf dem Leistungsgewicht. Dieses wurde im Vergleich zum Vorgängermodell um rund 80 Kilogramm auf nur 310 Kilogramm reduziert, um die maximale Achslast von 14 Tonnen einzuhalten. Trotz dieser „Verschlankung“ glänzt es mit einem hohen Wirkungsgrad sowie einer auf Passagierkomfort getrimmten, verschleißarmen und geräuschoptimierten Verzahnung. Auch die für ZF typische Robustheit findet sich im Lastenheft. Das System ist auf eine Lebensdauer von 30 Jahren ausgelegt.
Auch weiteren amerikanischen Besonderheiten wurde Rechnung getragen. Das Sphäroguss-Gehäuse ist extra kompakt geformt, um wertvollen Bauraum zu sparen, und so designt, um den Fahrmotor abstützen zu können. Alle Schraubverbindungen, die bei Service und Instandhaltung der Getriebe geöffnet und verschraubt werden müssen, sind nach US-amerikanischen Maßsystemen ausgewählt, um den Service vor Ort zu vereinfachen. Ebenso passte ZF das Wartungskonzept des Getriebes an das der Fahrzeuge an. So müssen Züge seltener ins Depot, wodurch die Gesamtbetriebskosten sinken.
ZF und Hitachi: Ein eingespieltes Team
Der Auftrag für Washington D.C. ist ein weiterer Erfolg in der Partnerschaft von ZF und Hitachi Rail. Die beiden Unternehmen arbeiten seit mehr als 15 Jahren im Bahnsektor zusammen. So gewann das Konzernduo in den USA unter anderem bereits Aufträge der Verkehrsverbünde von Baltimore, Miami und Honolulu.