Presseinformation
ZF erweitert Lifecycle-Management für Schienenfahrzeuge mit markenunabhängigen Lösungen
- Markenunabhängiges Engineering bietet Bahnbetreibern eine zentrale Anlaufstelle für Wartung, Überholung und Retrofit von Antriebs- und Fahrwerkssystemen
- Prüfung und Validierung gewährleisten zuverlässige Komponentenleistung und langfristigen Flottenbetrieb
- Weltweite Rail-Engineering-Kompetenz durch das ZF-Kompetenzzentrum sowie starken lokalen Vertrieb und technischen Support
Bahnbetreiber stehen zunehmend unter Druck, Fahrzeuge länger im Einsatz zu halten und zugleich eine hohe Verfügbarkeit sicherzustellen. Viele Flotten basieren jedoch auf alternden Komponenten, für die Ersatzteile und verlässlicher Service-Support immer schwerer verfügbar sind. Der Austausch kompletter Systeme ist kostenintensiv und erfordert außerdem Erfahrung in der Entwicklung. Auf der InnoTrans 2026 (22.-25. September, Berlin) stellt ZF seine markenunabhängigen Engineering-Lösungen für Bahnbetreiber und Wartungsfachkräfte von Schienenfahrzeugen in den Mittelpunkt. Das Angebot bezieht sich sowohl auf Komponenten von ZF wie von Drittanbietern und bündelt Wartung, Überholung, Reverse Engineering, Retrofit und Lifecycle-Support aus einer Hand.
Viele Betreiber im Bahnsektor stehen vor der gleichen Herausforderung: Die Fahrzeuge haben noch viele Jahre Nutzungsdauer vor sich, doch Ersatzteile, zuverlässiger Support und technische Dokumentationen sind mitunter schwer zu beschaffen. Über seine Aftermarket-Division bietet ZF als Alternative einen markenunabhängigen Ansatz mit Überholung, Reverse Engineering und Lifecycle-Support. Damit lässt sich die Einsatzbereitschaft älterer Bahnanwendungen langfristig sichern.
„Unsere Kunden benötigen praxistaugliche Lösungen, um bewährte Fahrzeuge weiter im Einsatz zu halten – auch dann, wenn die ursprüngliche Komponente nicht mehr verfügbar ist. Dank der Expertise und Leistungsfähigkeit von ZF können wir Komponenten reparieren, reproduzieren und sogar gezielt weiterentwickeln. So helfen wir, Flotten länger verfügbar zu halten“, sagt Marco Neubold, Leiter der Business Line Industrial, ZF Aftermarket. „Auf der InnoTrans zeigen wir, wie unser markenunabhängiger Ansatz eine effizientere und wirtschaftlich attraktive Lösung bietet.“
Je nach jeweiligen Kundenanforderungen unterstützt ZF bei markenunabhängigen Getriebeprojekten – von der Reproduktion einzelner Ersatzteile bis hin zu vollständigen Programmen für die technische Überholung von Getrieben. Wenn technische Dokumentationen nicht verfügbar sind, können die Experten Komponenten mittels Reverse Engineering nachbilden und eigene Lieferketten für den weiteren Flottenbetrieb aufbauen. Wenn bestehende Systeme die Anforderungen an Zuverlässigkeit oder Betrieb nicht mehr erfüllen, bieten Retrofit-Lösungen die Möglichkeit, moderne ZF-Technologie in ältere Fahrzeuge zu integrieren, deren Lebensdauer zu verlängern und die Wartungsfreundlichkeit zu verbessern.
Mehr Optionen für alternde und spezialisierte Flotten
Der markenunabhängige Ansatz von ZF Aftermarket kann einzelne Bauteile, komplette Getriebe sowie integrierte Systeme einschließlich Radsätzen abdecken. Bei Projekten auf Basis von Reverse Engineering verfügt ZF über umfangreiche Erfahrung in der Lieferung von Zahnradsätzen, Wellen, Deckeln und Labyrinthdichtungen. Darüber hinaus bietet ZF Aufarbeitungslösungen, unter anderem zur Wiederverwendung von Gehäusen.
ZF hat bereits markenunabhängige Projekte für den Schienenverkehr unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien, Saudi-Arabien, China und Thailand umgesetzt. Die Referenzprojekte reichen von Achsgetrieben bis hin zu Pumpenverteilergetrieben für unterschiedlichste Fahrzeugplattformen. Dies unterstreicht die weltweit wachsende Nachfrage nach unabhängigem Lifecycle-Support im Bahnsektor.
Gesteuert werden diese Aktivitäten vom Rail Center of Competence von ZF Aftermarket in enger Zusammenarbeit mit den ZF-Organisationen vor Ort. Dadurch profitieren Betreiber – von nationalen Bahngesellschaften bis hin zu kleineren regionalen Flotten – von einheitlichen technischen Standards und zugleich von der Flexibilität markt- und kundennaher Teams.
Reverse Engineering eröffnet neue Reparaturmöglichkeiten
Ein zentrales Element dieses Ansatzes ist Reverse Engineering. Wenn Originalzeichnungen, Dokumentationen oder Ersatzteile nicht mehr verfügbar sind, kann ZF Aftermarket die technische Grundlage für Reparatur oder Ersatz neu erstellen. Dazu werden Komponenten demontiert, dokumentiert und vermessen, bevor sie bei Bedarf neu ausgelegt werden. Ergebnis sind neue Zeichnungen, Stücklisten, technische Dokumentationen und eigene ZF-Teilenummern – sowohl für ZF- als auch für Drittanbieterkomponenten.
Für Kunden entstehen dadurch neue Möglichkeiten: Komponenten können repariert, reproduziert, ersetzt oder modernisiert werden. Komplette Einheiten lassen sich überholen, prüfen und für den weiteren Betrieb validieren. Insbesondere bei älteren, kundenspezifischen Anwendungen oder kleineren Stückzahlen können durch Reverse Engineering nachgebildete Komponenten eine wirtschaftlich attraktivere Alternative zum Kauf eines neuen Getriebes darstellen. In bestimmten Fällen kann die gezielte Neuauslegung einzelner Bauteile zudem dazu beitragen, bekannte Zuverlässigkeitsprobleme zu beheben, die langfristige Verfügbarkeit zu verbessern und einen vorzeitigen Austausch zu vermeiden.
Qualität durch Prüfung und Validierung abgesichert
Qualität steht dabei im Mittelpunkt. Komponenten, die mittels Reverse Engineering nachgebildet werden, entwickelt das Rail Center of Competence von ZF Aftermarket. Gefertigt werden sie von ZF oder freigegebenen Lieferanten nach ZF-Standards. Spezielle Prüfstände verifizieren definierte Qualitätskriterien; End-of-Line-Prüfungen erfassen zentrale Parameter wie Schwingungen, Geräuschentwicklung und Temperatur.
„Für Bahnbetreiber und Instandhalter von Schienenfahrzeugen ist die Botschaft klar: Markenunabhängiger Support bedeutet nicht, Abstriche bei der Qualität zu machen. Vielmehr geht es darum, die Flexibilität des freien Marktes mit der Erstausrüstungskompetenz und der Service-Expertise von ZF zu verbinden“, sagt Marco Neubold, Leiter der Business Line Industrial, ZF Aftermarket.
ZF Aftermarket auf der InnoTrans 2026
Besucherinnen und Besucher der InnoTrans 2026 (22.-25. September, Berlin) können sich am ZF-Stand in Halle 20, Stand 580, über die Multi-Brand-Engineering-Lösungen von ZF Aftermarket für den Schienenverkehr informieren und individuelle Herausforderungen ihrer Flotten mit den Experten besprechen. Während der Messe richtet ZF zudem am eigenen Stand die Reihe ZF InnoForum aus – täglich um 15 Uhr. Dort diskutieren ZF-Experten aktuelle Entwicklungen der Schienenmobilität.