Presseinformation
Präzision, Leistung, Beständigkeit: ZF präsentiert auf der SMM 2026 sein Condition-Monitoring-System und Lösungen zur fortschrittlichen Antriebssteuerung
- Condition Monitoring verwandelt Antriebsstrangdaten in vorausschauende Zustandsinformationen
- AutoTroll 2 ermöglicht präzise Steuerung bei niedrigen Geschwindigkeiten und verbessert die Manövrierfähigkeit
- AutoTroll Firefighting integriert Antriebs- und Pumpenleistung unter Last
- Besuchen Sie ZF auf der SMM 2026 in Halle A3, Stand 219
Friedrichshafen / Hamburg. Auf der SMM 2026 (1.–4. September) erweitert ZF sein Portfolio an digitalen Services und Antriebssteuerungslösungen für die maritime Industrie. Neben den neuesten Ruderpropeller- und Getriebetechnologien präsentiert ZF sein Condition-Monitoring-System, die jüngste Generation seines AutoTroll-Steuerungssystems sowie eine optionale Firefighting-Funktion. Gemeinsam sollen diese Lösungen die Betriebssicherheit erhöhen, mehr Transparenz über die Leistung des Antriebsstrangs schaffen und eine präzisere Schiffssteuerung unter anspruchsvollen Bedingungen unterstützen.
Moderne Schiffe müssen heute mit hoher Präzision betrieben werden, häufig in beengten Umgebungen und unter sich ständig verändernden Bedingungen. Ob bei Hafenmanövern, Offshore-Einsätzen oder Notfallsituationen: Eine präzise Steuerung der Antriebsleistung bei gleichzeitiger Einhaltung sicherer Betriebsgrenzen ist entscheidend. Da Antriebssysteme immer leistungsfähiger und stärker vernetzt werden, entwickelt sich die Fähigkeit, sowohl den Zustand des Systems zu überwachen als auch das Fahrverhalten in Echtzeit fein abzustimmen, zu einem wichtigen Erfolgsfaktor im Schiffsbetrieb.
Daher stellt ZF auf der diesjährigen SMM nicht nur seine neuesten Antriebslösungen in den Mittelpunkt, sondern auch sein Condition-Monitoring-System sowie die neueste Generation der AutoTroll-Drehzahlsteuerung einschließlich der optionalen Firefighting-Funktion für ruderpropellergetriebene Schiffe.
Condition Monitoring: Wenn Leistung auf Zuverlässigkeit trifft
„Betriebliche Effizienz auf See hängt von mehr als der reinen Antriebsleistung ab. Sie erfordert Transparenz, Kontrolle und die Fähigkeit, fundierte Entscheidungen auf Basis realer Daten zu treffen“, sagt Florian Götz, Leiter Vertrieb Kommerzielle und schnelle Schiffe bei ZF. „Mit unserem Condition-Monitoring-System unterstützen wir Betreiber dabei, ihre Antriebsstränge besser zu verstehen, die Leistungsfähigkeit zu optimieren und langfristig zu einem sicheren und vorhersehbaren Betrieb beizutragen.“
Aus diesem Grund arbeitet ZF mit dem dänischen Fährbetreiber Molslinjen zusammen, um im Rahmen eines besonderen Proof-of-Concepts sein Condition-Monitoring-System zu erproben. Das System kombiniert Hardware an Bord mit cloudbasierten Analysen, um kontinuierliche Einblicke in das Verhalten des Antriebsstrangs zu liefern. Daten aus der Getriebeelektronik und angeschlossenen Sensoren, darunter Drehzahl, Druck, Temperatur und Betriebsmodi, werden erfasst, verarbeitet und über eine sichere Mobilfunkverbindung an eine Backend-Plattform übertragen. Dies schafft die Grundlage für eine zustandsbasierte Wartung, reduziert ungeplante Ausfallzeiten und steigert die Effizienz der Flotte.
AutoTroll 2: Präzise Steuerung für komplexe Einsätze
Schnell zu fahren ist einfach. Schiffe bei niedrigen Geschwindigkeiten vollständig unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig unnötige Belastungen des Antriebsstrangs zu vermeiden, ist deutlich anspruchsvoller. Genau hier spielt ZFs AutoTroll 2 seine Stärken aus. AutoTroll 2 ermöglicht im Vergleich zur Vorgängerversion eine noch präzisere und flexiblere Steuerung. Sein geschlossener Regelkreis sorgt für eine schnellere und genauere Anpassung der Propellerdrehzahl. Dadurch verbessert sich das Handling bei Manövern wie dem Anlegen oder bei Dynamic Positioning (DP)-Einsätzen.
Die Bediener können zwischen fünf verschiedenen Schaltcharakteristiken wählen, die von einer besonders sanften Reaktion (beispielsweise beim langsamen Folgen eines Fischschwarms während des Fischfangs) bis hin zu einem direkteren und dynamischeren Verhalten (etwa bei der Demonstration der Motorleistung einer Sportyacht) reichen. Das System unterstützt sowohl konventionelle als auch DP-Trolling-Modi innerhalb einer einzigen Konfiguration. Je nach Betriebsmodus werden Parameter wie die zulässige Motordrehzahl automatisch angepasst, um Komponenten des Antriebsstrangs zu schützen und einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen.
Die Integration in moderne Schiffssystemarchitekturen wird durch CAN-basierte Kommunikation vereinfacht. Dadurch reduziert sich der Verkabelungsaufwand, während zusätzliche Diagnose- und Statusdaten zwischen den Systemen ausgetauscht werden können. Gleichzeitig ist das System darauf ausgelegt, aktuelle Anforderungen an die Cybersicherheit elektronischer Steuergeräte in maritimen Anwendungen zu erfüllen.
AutoTroll Firefighting: Volle Kontrolle in Notfallsituationen
Als Erweiterung von AutoTroll präsentiert ZF eine optionale Firefighting-Funktion, die speziell für Ruderpropeller-Anwendungen entwickelt wurde. Das System ermöglicht eine präzise Drehzahlregelung während Feuerlöscheinsätzen bei Festpropelleranlagen. Kern der Lösung ist ein spezielles Kupplungsschlupfkonzept, das die maximale Motordrehzahl aufnehmen kann, die für den Antrieb der Löschpumpe benötigt wird, ohne diese volle Drehzahl an die Wellenanlage zu übertragen. Dadurch können Schiffe ihre Feuerlöschausrüstung betreiben und gleichzeitig ihre Manövrierfähigkeit sowie die Systemstabilität aufrechterhalten – selbst wenn der Antriebsstrang über längere Zeit hohen Belastungen ausgesetzt ist.
Zusätzliche Sensoren, Kühlkonzepte und Steuerungsfunktionen helfen dabei, die erhöhte thermische Belastung der Antriebsstrangkomponenten in solchen anspruchsvollen Einsatzszenarien zu kontrollieren. So werden Überhitzungen vermieden und lange Einsatzzeiten ermöglicht, ohne die Integrität der Komponenten zu beeinträchtigen.
Durch die Integration von Antriebssteuerung und Firefighting-Funktionalität in einer gemeinsamen Systemarchitektur reduziert AutoTroll Firefighting den Bedarf an separaten Einzellösungen und vereinfacht die Systemkoordination an Bord. Dies unterstützt einen sicheren und effizienten Schiffsbetrieb bei kritischen Einsätzen, in denen Zuverlässigkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit entscheidend sind. Die Funktion ist für alle Ruderpropeller ab dem ZF AT 40 und größer verfügbar.
Besuchen Sie ZF auf der SMM 2026
Besucher der SMM 2026 können sich in Halle A3, Stand 219 über das gesamte maritime Portfolio von ZF informieren.