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19/03/2026

Jahresbilanz 2025: ZF steigert operative Performance und reduziert Verschuldung

  • Technologiekonzern erzielt 2025 einen Umsatz von 38,8 Milliarden Euro, die bereinigte EBIT-Marge übersteigt mit 4,5 Prozent den Prognosekorridor
  • Vorzeitige Beendigung nicht profitabler Projekte in der Elektromobilität eröffnet neue Handlungsspielräume
  • Konzern reduziert Verschuldung auch in schwierigem Umfeld
  • Verkauf der ADAS-Geschäftseinheit an Harman unterstützt strategische Neuausrichtung und beschleunigt Entschuldungspfad

Friedrichshafen. Die ZF Friedrichshafen AG hat ihre operative Performance im Geschäftsjahr 2025 verbessert und ihre Prognose für das operative Ergebnis und den Cashflow übertroffen. Die bereinigte EBIT-Marge (prognostiziert zwischen 3,0 und 4,0 Prozent) stieg von 3,5 Prozent im Jahr 2024 auf 4,5 Prozent. Dies entspricht einem bereinigten EBIT von 1,7 Milliarden (2024: 1,5 Milliarden) Euro. Der bereinigte Free Cashflow (prognostiziert mit mehr als 500 Millionen Euro) betrug 1,4 Milliarden Euro (2024: 305 Millionen Euro). Der Umsatz lag bei 38,8 Milliarden (2024: 41,4 Milliarden) Euro, was trotz volatiler Einflussfaktoren und einer nur geringen Dynamik in den Weltmärkten einem organischen Wachstum von 0,6 Prozent entspricht. Zu den strategischen Entscheidungen zählte auch die vorzeitige Beendigung nicht profitabler Projekte in der Elektromobilität. Die damit einhergehende einmalige Sonderbelastung führt zwar zu einem buchhalterischen Verlust, eröffnet ZF aber zugleich neue Handlungsspielräume.

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Jahresbilanz 2025: ZF steigert operative Performance und reduziert Verschuldung

„Wirtschaftlich haben wir unsere Ziele für 2025 übertroffen. Dass unser Programm zu mehr Effizienz greift, nehmen wir als Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Performance und Profitabilität gehen vor Umsatz und Größe. Doch wir wissen: Unser Weg bergauf braucht weiterhin unsere volle Konzentration und höchsten Einsatz im gesamten Konzern“, sagte der ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Friedrichshafen. „Die Bilanz zeigt die Last der Vergangenheit, das operative Geschäft weist Richtung Zukunft. Wir werden uns Schritt für Schritt wieder die Profitabilität erarbeiten, die unsere Eigentümer, die aber auch wir selbst von uns erwarten.“

Miedreich formulierte drei Ziele, mit denen ZF seine Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft stärken will: Die finanzielle Position wird durch konsequenten Schuldenabbau und operativen Fortschritt gestärkt, Investitionen erfolgen gezielt in strategische Kernbereiche, und eine anpassungsfähige Unternehmensstruktur und -kultur mit effizienten Abläufen sorgt für schnelle und marktorientierte Entscheidungen. „Der Abbau der Finanzverbindlichkeiten hat für uns weiterhin höchste Priorität“, betonte Miedreich. „Mit jedem Euro weniger an Zinsen stärken wir unsere Widerstandsfähigkeit. Gleichzeitig wächst der Freiraum für die Realisierung von Vorhaben, mit denen wir unseren Ertrag stärken.“

ZF ist es im vergangenen Jahr gelungen, in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld seine Finanzverbindlichkeiten um rund 250 Millionen Euro auf eine Nettoverschuldung von 10,2 Milliarden Euro zu reduzieren. „Dieser Schuldenabbau ist ein wichtiges Zeichen der Stabilität und Zuversicht an unsere Mitarbeiter, Kunden und den Kapitalmarkt“, sagte Finanzvorstand Michael Frick. „Diesen Kurs der organischen Entschuldung werden wir fortsetzen, ergänzt um Beiträge, die sich aus Verkäufen von Unternehmensteilen ergeben.“

Neuausrichtung des Konzerns kommt weiter voran

Im vergangenen Jahr hat ZF verschiedene Schritte zu einer Neuaufstellung vollzogen. Dazu zählt unter anderem die Veräußerung der Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme (ADAS) an den US-amerikanischen Innenraumelektronik-Spezialisten Harman. Als Unternehmenswert wurden 1,5 Milliarden Euro vereinbart. Die Transaktion, deren Abschluss im zweiten Halbjahr 2026 erwartet wird, steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Zudem hat ZF seine Windkraftsparte selbständig aufgestellt, um sie noch agiler und erfolgreicher im Markt zu positionieren und ihr dadurch strategische Optionen zu eröffnen.

Ein maßgeblicher Schritt war im vergangenen Herbst die erfolgreiche Einigung mit den Arbeitnehmervertretern zur Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien (E) aus eigener Kraft. Die Division bleibt integraler Bestandteil von ZF, ihre Wettbewerbsfähigkeit wird gestärkt und das bestehende Produktprogramm gezielt weiterentwickelt. Die operative Performance der Division hat sich im Vergleich zu 2024 signifikant verbessert und liegt im Plan des Restrukturierungsprogramms, das auch in diesem Jahr fortgeführt wird. Einen wichtigen Beitrag zu den Einsparungen leisten die Beschäftigten durch Arbeitszeitsenkung und den Verzicht auf tarifliche Entgeltbestandteile. „Das sind keine einfachen Zeiten“, sagte Vorstandsvorsitzender Miedreich. „Umso mehr danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Teamgeist und ihr großes Engagement, ZF wieder in die Erfolgsspur zu bringen.“

Im Kontext der Restrukturierung der Division E hat sich ZF mit verschiedenen Kunden darauf geeinigt, mehrere Projekte vorzeitig zu beenden, die aufgrund des langsameren Hochlaufs der E-Mobilität nicht die erwartete Profitabilität erreichen. Diese Entscheidung führt zu einer Einmalbelastung in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro, was maßgeblich dazu beiträgt, dass ZF für das Geschäftsjahr 2025 einen buchhalterischen Verlust von rund 2,1 Milliarden Euro ausweist.

„Die Abschreibungen unprofitabler Projekte haben einen Einmaleffekt auf unsere Bilanz für 2025. Aber so nehmen wir Steine aus dem Rucksack für den Aufstieg in den kommenden Jahren“, sagte Miedreich. Große und volumenstarke Neuaufträge wie jener der BMW Group für die Lieferung und Weiterentwicklung des bewährten Acht-Gang-Automatgetriebes (8HP), gerade auch in elektrifizierten Varianten, zeigten, dass die Kunden auf ZF-Technologie vertrauen und sie als elementaren Bestandteil einer technologieoffenen und emissionsarmen Mobilität der Zukunft sehen. Dies gelte besonders auch für den Bereich Fahrwerktechnik, in dem Kunden im In- und Ausland stark auf ZF-Lösungen setzten.

Die umfassende Neuausrichtung von ZF spiegelt sich auch in den Beschäftigtenzahlen wider. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte ZF weltweit 153.153 (2024: 161.631) Menschen, das sind rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr. In Deutschland verringerte sich die Mitarbeiterzahl nominell ebenfalls um gut fünf Prozent auf 49.210 (2024: 52.027). Beim im Juli 2024 ausgegebenen Ziel, die Zahl der Stellen in Deutschland um 11.000 bis 14.000 zu reduzieren, liegt ZF auf Kurs und verringert die Personalkapazität wie geplant – und zwar auf freiwilliger Basis über Fluktuation, Abfindungs- und Altersteilzeitprogramme sowie verkürzte Arbeitszeiten.

Kennzahlen 2025 und Finanzierungsaktivitäten

Im Geschäftsjahr 2025 erreichte ZF einen Konzernumsatz von 38,8 Milliarden (2024: 41,4 Milliarden) Euro, ein nomineller Rückgang von rund sechs Prozent. Bereinigt um M&A-Effekte und Wechselkurseinflüsse sind die Umsatzerlöse organisch um rund 0,6 Prozent gewachsen. „Das Gesamtbild hat sich nicht geändert: Wir sehen keine durchgreifende Belebung der Nachfrage. Es gilt, in einer Situation ohne nennenswertes Marktwachstum zu bestehen. Dazu braucht es eine höhere Profitabilität. Auf der liegt unser Fokus ebenso wie auf der Cashflow-Generierung, um unsere Schulden zurückzuzahlen“, sagte Finanzvorstand Frick.

Das bereinigte EBIT des ZF-Konzerns lag bei 1,7 Milliarden (2024: 1,5 Milliarden) Euro, was einer bereinigten EBIT-Marge von 4,5 (2024: 3,5) Prozent entspricht. Der um M&A-Aktivitäten bereinigte Free Cashflow betrug 1,4 Milliarden Euro (2024: 305 Millionen Euro); das Nettoergebnis aufgrund des erwähnten Sondereffekts minus 2,1 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei 13,3 Prozent.

Im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) lagen die Aufwendungen mit 3,3 Milliarden Euro unter dem Wert des vorvergangenen Jahres (3,6 Milliarden Euro). Aufgrund des geringeren Umsatzes erreichte die F&E-Quote – wie auch schon 2024 – 8,6 Prozent. Damit gehörte ZF zu den Top 20 jener europäischen Unternehmen, die am meisten für F&E aufwenden. Die Investitionen in Sachanlagen betrugen 1,8 Milliarden (2024: 2,3 Milliarden) Euro, was einer Investitionsquote von 4,6 (2024: 5,4) Prozent entspricht.

Eine wichtige Rolle spielt auch die mittel- und langfristige Finanzierung des Unternehmens. Zuletzt hatte ZF im Februar dieses Jahres erfolgreich eine Anleihe über eine Milliarde Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren und einem Kupon von 5,5 Prozent begeben – begleitet von außergewöhnlich hoher Nachfrage. Das Orderbuch war sechsmal überzeichnet. „Dies ist ein klarer Ausdruck des Vertrauens des Kapitalmarkts in die strategische Ausrichtung, die Bonität und den Transformationskurs von ZF“, betonte Finanzvorstand Frick. „Die Transaktion ist ein wichtiger Schritt unserer Finanzierungsstrategie. Wir zahlen niedrigere Zinsen bei einer längeren Laufzeit. Durch die aktive Refinanzierung fälliger Verbindlichkeiten stärken wir unsere finanzielle Flexibilität und schaffen Planungssicherheit.“

Prognose für 2026: Märkte bleiben sehr verhalten

Die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr wird nach Einschätzung von ZF weiterhin von Unsicherheiten sowie – besonders im Nutzfahrzeugsektor – von einer anhaltenden Marktschwäche geprägt sein. Das Unternehmen rechnet daher nicht mit einem wesentlichen Umsatzanstieg gegenüber 2025 und erwartet bei stabilen Wechselkursen einen Konzernumsatz größer 38 Milliarden Euro. Bei erwartungsgemäßer Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte hält ZF in Verbindung mit einer entsprechenden Steuerung der Kostenstrukturen eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 4,0 und 5,0 Prozent für erreichbar. Bei dem um Unternehmenstransaktionen bereinigten Free Cashflow erwartet ZF in diesem Jahr einen Wert von mehr als einer Milliarde Euro.

Mathias Miedreich ging bei der Bilanzvorlage auch auf die politischen Rahmenbedingungen ein: „Was uns weiterhin belastet, sind Standortfaktoren. Wir hoffen in Berlin auf eine neue Reformagenda. Und in Brüssel auf Ehrlichkeit in Bezug auf die CO2-Flottengesetzgebung. Die EU-Kommission hat eine Flexibilisierung der Ziele nur angedeutet, setzt ihre industriepolitische Geisterfahrt aber fort. Hier müssen wir dringend nachbessern, gerade was den Plug-in-Hybrid als zentrale Transformationstechnologie angeht, die E-Mobilität von der Reichweitenangst befreit und Beschäftigung sichert.“

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

2025 2024*
Konzernumsatz 38,8 Mrd. € 41,4 Mrd. €
Mitarbeiter weltweit 153.153 161.631
– davon in Deutschland 49.210 52.027
EBIT (bereinigt) 1.748 Mio. € 1.465 Mio. €
EBIT-Marge (ber.) 4,5 % 3,5 %
Ergebnis nach Steuern -2.147 Mio. € -1.059 Mio. €
F&E-Ausgaben 3,3 Mrd. € 3,6 Mrd. €
Invest in Sachanlagen 1,8 Mrd. € 2,3 Mrd. €
Eigenkapitalquote 13,3 % 18,9 %
Free Cashflow (ber.) 1,4 Mrd. € 305 Mio. €
Umsatz EMEA 19,3 Mrd. € 19,4 Mrd. €
– davon Deutschland 8,5 Mrd. € 8,0 Mrd. €
Umsatz Nordamerika 10,0 Mrd. € 11,2 Mrd. €
– davon USA 8,7 Mrd. € 9,5 Mrd. €
Umsatz Südamerika 1,3 Mrd. € 1,4 Mrd. €
Umsatz Asien-Pazifik und Indien 8,2 Mrd. € 9,5 Mrd. €
– davon China 5,7 Mrd. € 6,4 Mrd. €
*Vorjahr angepasst

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