Presseinformation
Metrogetriebe für Hamburg: ZF liefert Technologie für Deutschlands größtes U-Bahn-Projekt
- Großauftrag für knapp 3.000 Getriebe über einen Zeitraum von circa 15 Jahren
- Leise, kraftvoll, zuverlässig: Getriebe für die DT6-Fahrzeuge überzeugen durch geräusch- und gewichtsoptimiertes Design
- ZF und Alstom: Rund vier Jahrzehnte starke Partnerschaft
Friedrichshafen / Hamburg. Deutschlands größtes U-Bahn-Projekt wird mit ZF-Antriebstechnologie den Betrieb aufnehmen. Für die neue U-Bahn-Linie U5 und zur Modernisierung der Bestandsflotte hat die Hamburger Hochbahn 374 neue Schienenfahrzeuge von Alstom geordert. Diese werden mit einem neu entwickelten zweistufigen Stirnradgetriebe von ZF ausgerüstet – ein Auftragsumfang von insgesamt 2.992 Exemplaren. Das Projekt setzt die fast vier Jahrzehnte währende Partnerschaft zwischen ZF, Fahrzeughersteller Alstom und der Elbmetropole fort.
24 Haltestellen auf über 29 km Strecke, vollautomatisierte und fahrerlose 90-Sekunden-Taktung, rund 315.000 Fahrgäste pro Tag, so eine konservative Schätzung: Die neue Linie U5 der Hamburger Hochbahn ist ein wichtiger Baustein in der Mobilitätswende der Elbmetropole. „Bei diesem Volumen an Fahrten und Passagieren muss alles perfekt ineinandergreifen“, sagt Markus Gross, Leiter der Produktlinie Bahn-Antriebssysteme bei ZF. Schließlich ist die U5, mit rund anderthalb Jahrzehnten Bauzeit, Deutschlands größtes U-Bahn-Projekt. Dementsprechend hoch sind auch die Ansprüche an die eingesetzte Technik. „Wer einen Weltstadt-ÖPNV betreibt, braucht Antriebstechnologie, die diesem Anspruch gerecht wird. Und genau damit unterstützen wir nun unseren Partner Alstom und die Hansestadt.“
Passend zur neuen U-Bahn-Linie hat Hamburg auch eine komplette Flotte an Elektrotriebwagen der neuen Generation DT6 bei Alstom geordert. ZF wiederum liefert für diese neue Fahrzeug-Generation ein speziell entwickeltes Getriebe. Zusätzlich zum Einsatz auf der Linie U5 werden die neuen DT6-Fahrzeuge auch sukzessive Teile der Bestandsflotte des restlichen Netzes ersetzen.
Erprobt, zuverlässig, laufruhig: Das ZF-Stirnradgetriebe für Hamburgs neue U5
ZF hat das neue Getriebe für den DT6 von Grund auf entwickelt. Das zweistufige Stirnradgetriebe kann eine Achslast von maximal 10.000 kg stemmen sowie eine Motorleistung von 95 kW bzw. ein Motordrehmoment von 378 Nm bei 2.400 U/min verarbeiten. Speziellen Fokus legte ZF auf das Geräuschverhalten. Das Getriebe agiert besonders leise, da die Ingenieure sowohl die Gehäusekontur als auch die Verzahnung optimiert haben. Das Gehäuse selbst besteht aus Aluminium, was das Gewicht senkt. So bringt das System trocken nur rund 210 kg auf die Waage. Im Vergleich zum Wettbewerb benötigt das Stirnradgetriebe auch weniger Öl. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern verringert auch den benötigten Wartungsaufwand und die damit verbundenen Kosten. Dazu trägt auch bei, dass sich die Demontage des Getriebes von der Radsatzwelle dank einer definierten Trennebene durch den Abtrieb einfacher als bislang gestaltet. So können die Räder des jeweiligen Fahrzeugs mit weniger Aufwand überholt werden, was die Stillstandzeiten des Zuges verkürzt und einen reibungslosen Betrieb ermöglicht.
ZF fertigt das neue Getriebe am Standort Friedrichshafen und liefert es an Alstom. Im Auftrag der Stadt Hamburg verbaut der französische Konzern das Getriebe in die neuen Schienenfahrzeuge des Typs DT6. Im ersten Abruf produziert ZF 384 Getriebe für 48 Fahrzeuge. Das erste Testgetriebe wird Ende 2026 ausgeliefert, die Serienmodelle ab dem ersten Quartal 2027.
Nach den ersten 48 Fahrzeugen sollen jährlich 20 weitere als Folgeoption abgerufen werden. Über den Zeitraum von rund anderthalb Jahrzehnten (analog zur Gesamtbauzeit der U5-Strecke) wird ZF somit insgesamt 2.992 Getriebe produzieren und in Serie ausliefern.
ZF und Alstom: Starke Partnerschaft für die Elbmetropole
„Wenn die U5 planmäßig im Jahr 2029 ihren Fahrgastbetrieb aufnimmt, können wir auf über vier Jahrzehnte Partnerschaft zwischen unseren Unternehmen und der Hansestadt zurückblicken“, Markus Gross. Denn die Kooperation zwischen ZF und Alstom für die Hamburger Hochbahn reicht bis ins Jahr 1987 zurück. Damals produzierte Hurth (das in ZF aufging) im Auftrag von Bombardier (die von Alstom übernommen wurden) bereits Getriebe für den Fahrzeugtyp DT4. Getriebe für den DT5 folgten von 2008 bis 2022.
„Mit Getrieben von ZF haben wir in Hamburg gute Erfahrungen gemacht. Im Hinblick auf Zuverlässigkeit, Laufruhe und Service-Qualität sind sie genau das, was wir auch jetzt wieder für unseren anspruchsvollen Betrieb auf der neuen U5-Linie brauchen“, so Jörg Petersen, Bereichsleiter Schienenfahrzeuge der Hamburger Hochbahn AG.
„Gemeinsam haben wir schon Generationen von Hamburgerinnen und Hamburgern und unzählige Touristen sicher und komfortabel an ihr Ziel gebracht – und werden dies auch weiterhin tun. Das ist etwas, worauf wir zurecht stolz sein können“, so Gross.