Presseinformation

Von Friedrichshafen in die Welt – Internationalisierung des ZF-Konzerns

  • Weltweite Präsenz mit über 120 Produktionsstandorten

  • In wichtigen Märkten fertigt ZF direkt vor Ort

  • ZF-Entwicklungsnetzwerk für Design-to-market-Aktivitäten

  • ZF Services sichert Versorgung mit Ersatzteilen und Serviceleistungen

Am Morgen des 13. April 1959 brachen neun ZF-Mitarbeiter von Friedrichshafen aus zu einer 14 Tage langen Seereise auf. Ihr Ziel: São Caetano do Sul, südwestlich von São Paulo. Für ZF bedeutete der Gang nach Brasilien die Gründung des ersten Fertigungsstandorts in Übersee – ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Denn mit dem Beschluss zum Bau eines Werks in Brasilien begann vor knapp 60 Jahren die Internationalisierung des Konzerns und damit die heute selbstverständliche globale Ausrichtung des Unternehmens. Aktuell verfügt die ZF Friedrichshafen AG mit ihren weltweit rund 71.400 Mitarbeitern über 113 Produktionsgesellschaften in 26 Ländern. Knapp die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftete ZF 2014 außerhalb von Westeuropa – Tendenz steigend. Wenn Automobilhersteller ihre Werke eröffnen, ist ZF meist schon vor Ort und bietet überall auf der Welt marktgerechte Mobilitätstechnologien. Flankiert wird die internationale Ausrichtung von weltweiten Service-Aktivitäten des Konzerns.

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Von Friedrichshafen in die Welt – Internationalisierung des ZF-Konzerns

Lange bevor Wirtschaft und Medien von Globalisierung sprachen, stellte ZF die Weichen für die Internationalisierung des Konzerns: Vor knapp 60 Jahren folgte das Unternehmen dem Kunden Mercedes-Benz nach Brasilien und baute in São Caetano do Sul, südwestlich von São Paulo, seinen ersten Auslandsstandort auf. Hintergrund war eine gesetzliche Regelung, nach der ab Juli 1960 Fahrzeuge für den brasilianischen Markt zu 90 Prozent ihres Gesamtgewichts im Inland gefertigt werden mussten. So gründete ZF im Jahr 1959 die ZF Fabrica de Engrenagens S. A. (heute ZF do Brasil) als Aktiengesellschaft nach brasilianischen Recht zur Herstellung von Pkw-, Nutzfahrzeug- und Schleppergetrieben. Von Anfang an sollte ZF als neutraler Zulieferer auftreten und neben Mercedes-Benz auch andere Hersteller beliefern. Und tatsächlich kamen die ersten Getriebe, die noch im Jahr 1959 im neuen Werk vom Band rollten, in dem für Brasilien legendären DKW Vemag zum Einsatz. Noch vor Mercedes-Benz stand VW an zweiter Stelle der Kundenstatistik.

Der Strategie, den Kunden auf Auslandsmärkte zu folgen, folgt ZF noch heute. Der Gründung in Brasilien schloss sich der Aufbau weiterer Fertigungsstätten in Europa, Südafrika, Nordamerika und Asien an. Heute läuft das Pkw-Geschäft längst global: Im Jahr 2014 war der Technologiekonzern in 26 Ländern weltweit mit 122 Produktionsgesellschaften präsent.

Internationalisierung der deutschen Standorte

Die Ausweitung der Produktion nach Brasilien fand ihr Gegenstück in der Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter an den deutschen ZF-Standorten. Hintergrund war die angespannte Situation auf dem bundesdeutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt in den 50er und 60er Jahren. ZF profitierte dabei von der Vorarbeit der Politik: Zwischen 1955 und 1968 schloss die Bundesrepublik Deutschland mit zahlreichen anderen Staaten Anwerbeabkommen, die vorsahen, ausländische Arbeitskräfte für die deutsche Landwirtschaft und Industrie zu gewinnen. Die Partnerstaaten sahen in den bilateralen Vereinbarungen vor allem die Chance, der bei ihnen grassierenden Arbeitslosigkeit zu begegnen. Die Zahl ausländischer Arbeitskräfte an den deutschen ZF-Standorten nahm in den Folgejahren deutlich zu. 1969 stellten ausländische Arbeitnehmer schon mehr als 18 Prozent der Gesamtbelegschaft. Die erste und zunächst größte Gruppe stammte aus Italien, hinzu kamen Spanier, Griechen, Jugoslawen, Österreicher und Franzosen sowie zahlreiche türkische Kollegen. Viele Gastarbeiter der ersten Generation verbrachten ihr ganzes Arbeitsleben bei ZF, aus Fremden wurden Kollegen in einem immer internationaler werdenden Unternehmen.

ZF im Reich der Mitte

Der Erfolg von ZF auf dem chinesischen Markt lässt sich auf die 60er Jahre zurückdatieren. Hier konnte das Unternehmen bereits – wenn auch zunächst sehr bescheidene – Exportumsätze in der Volksrepublik China sowie in Hong Kong verzeichnen. Eine intensivere Zusammenarbeit begann, als sich 1979 eine chinesische Delegation am ZF-Standort in Passau einen Einblick in das Produktionsprogramm für Baumaschinen verschaffte. Der Gegenbesuch in China ein Jahr später brachte den ersten Auftrag: ZF sollte Synchrongetriebe für die Gelenkbusse der Pekinger Verkehrsbetriebe liefern. 1981 folgte eine Getriebelizenz an die China National Import Corporation und 1993 die Gründung der ersten Serviceniederlassung in Peking.

Seither ging es Schlag auf Schlag. 1996 eröffnete ZF gemeinsam mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) die ZF Shanghai Steering zur Herstellung mechanischer und hydraulischer Lenkungen. Heute verfügt der Technologiekonzern über mehr als 20 Produktionsstandorte im Reich der Mitte. Alle ZF-Divisionen produzieren heute in China für den lokalen Markt. Das ZF-Produktspektrum reicht von Antriebs- und Fahrwerktechnik für Pkw und Nutzfahrzeuge über Baumaschinen- und Landmaschinentechnik bis hin zu Getrieben für Marine-Anwendungen und Windkraftanlagen. Flankiert wird das Geschäft durch 37 Service-Niederlassungen in China. Zu den Automotive-Kunden von ZF zählen sowohl chinesische Produzenten als auch die lokalen Gesellschaften europäischer Pkw- und Nutzfahrzeug¬hersteller. So produziert ZF beispielsweise im 2013 in Peking eröffneten Werk für Pkw-Achssysteme komplette Vorder- und Hinterachsen für Beijing Benz Automotive, ein Joint Venture der Daimler AG mit dem chinesischen Partner Beijing Automotive Industry Holding Co. Ltd. (BAIC).

Global verfügbare ZF-Qualität

Überall auf der Welt greifen Hersteller auf den Technologieführer ZF zurück, wenn es um Antriebs- und Fahrwerktechnik für moderne Pkw geht. Dabei erwarten sie weltweit eine hohe Produktqualität. Mit seiner Erfahrung im Aufbau lokaler Fertigungen in allen wesentlichen Automobilmärkten hat sich ZF auch ein effizientes Lieferantennetzwerk geschaffen: Je nach Auftrags-Stückzahl kommen die Komponenten von anderen ZF- Standorten, immer häufiger jedoch auch von Lieferanten vor Ort. Das hat über die vergangenen Jahre dazu geführt, dass ZF wichtige strategische Partner in allen bedeutenden Märkten hat. Der Konzern pflegt zudem eine intensive Partnerschaft mit all seinen lokalen Lieferanten. Durch eine exzellente Zusammenarbeit in einer Region oder einem Land qualifizieren sich immer wieder lokale Zulieferer auch für das globale Geschäft.

Maßgeschneidert für die Märkte

Das Prinzip „Local for local“ verfolgt ZF auch beim Engineering. Immer öfter bearbeiten Ingenieure in den ZF-Entwicklungs-standorten wichtige Pakete der Produkt- oder Anwendungsent-wicklung vor Ort – und berücksichtigen dabei marktspezifische Vorgaben. Beim „Design to market“ geht es zum einen darum, die lokalen Kostenstrukturen zu treffen, ohne Abstriche bei Funktion und der typischen ZF-Qualität zu machen. Zum anderen werden technische Spezifika an Marktgegebenheiten angepasst: Nutzfahrzeuggetriebe müssen auf die tatsächlichen Motormomente und durchschnittliche Transportgewichte abgestimmt, Dämpfer auf typische Belastungsprofile hin konstruiert werden. Bei ZF ist ein internationales Entwicklungsnetzwerk auf diese Aufgaben eingespielt: Die Hauptentwicklungsstandorte Friedrichshafen, Dielingen, Passau, Schweinfurt, Schwäbisch Gmünd, Northville bei Detroit (USA), Pilsen (Tschechien) und Shanghai (China) stehen in Kontakt mit mehreren Applikationsstandorten in der Nähe der großen ZF-Werke vor Ort. Gemeinsam erarbeiten sie spezifische Lösungen im Produktdesign.

Weltweites Service-Netzwerk

Doch auch die Gründung von Service- und Kundendienst-einrichtungen in allen bedeutenden Märkten der Welt spielte eine wichtige Rolle bei der Internationalisierung von ZF. Sie beflügelten noch vor der Entstehung der ersten Überseefertigung das Exportgeschäft des Konzerns: So konnte ZF schon im Jahr 1960 einen Exportanteil von 17 Prozent verzeichnen. 1964 entstanden in Melbourne, Sydney und Adelaide die ersten Kundencenter für ZF-Produkte: Von nun an war es hier innerhalb von 24 Stunden möglich, ZF-Getriebe überholen zu lassen und Ersatzteile zu bekommen. Weitere Serviceeinrichtungen rund um den Globus folgten. Im Jahr 2008 führte ZF die beiden Aktivitäten Handel (ZF Trading) und Service (Vertriebs- und Service-Organisation) zum neuen Geschäftsfeld ZF Services zusammen, das seither das weltweite Handelsgeschäft mit Ersatzteilen sowie sämtliche Dienstleistungs- und Kundendienstaktivitäten des Unternehmens bündelt. Neben Ersatzteilen für Antriebs-, Fahrwerk- und Lenkungstechnik umfasst dies auch das gesamte Leistungs¬spektrum im Service: Aufarbeitung, Reparatur, Diagnose und Feldservice ebenso wie die Erstausrüstung der Fahrzeughersteller im Auftrag der Unternehmensbereiche sowie Serviceangebote und -konzepte für Werkstätten.