Presseinformation

20/06/2017

Vision Zero Accidents: Integrierte Sicherheitssysteme führen zum Ziel

  • Autonomes Fahren bringt hohes Potenzial zur Unfallreduzierung
  • ZF vernetzt und integriert Sensorik, Assistenz- und Insassenschutzsysteme
  • Bereits die heute verfügbaren Systeme könnten bei weltweitem Einsatz die Zahl der Unfallopfer drastisch reduzieren.

Friedrichshafen. Statistisch gesehen werden rund 90 Prozent aller Unfälle durch menschliches Versagen verursacht, der Mensch selbst stellt damit heute das größte Unfallrisiko im Straßenverkehr dar. Automatisiertes Fahren hat – darin sind sich nahezu alle Experten einig – das Potenzial, die Verkehrssicherheit deutlich zu erhöhen und dazu beizutragen, die Zahl der derzeit jährlich 1,25 Millionen Verkehrstoten weltweit zu reduzieren. Denn automatisierte Fahrzeuge gehen nicht leichtsinnig Risiken ein, sie fahren niemals zu schnell oder unter Alkoholeinfluss, sie werden nicht müde oder sind abgelenkt, und sie kennen keine Schrecksekunde. Sie müssen aber dennoch darauf ausgelegt sein, sich in einem Verkehr zu bewegen, der noch lange durch manuell gesteuerte Fahrzeuge – und damit potenzielle Unfallgegner – geprägt wird.

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Vision Zero Accidents: Integrierte Sicherheitssysteme führen zum Ziel

„Das volle Sicherheitspotenzial automatisierter Fahrzeuge lässt sich nur dann ausschöpfen, wenn alle Systeme wie Sensorik, Assistenz- und Insassenschutzsysteme gemeinsam betrachtet werden und perfekt aufeinander abgestimmt sind“, weiß Torsten Gollewski, Leiter zentrale Vorentwicklung der ZF Friedrichshafen AG. „Deswegen entwickeln wir ein Umfeld-Sensorset, das sich neben den Fahrszenarien auch an den kritischen Unfallszenarien orientiert. Damit schaffen wir die Möglichkeit, unsere Strategiesäulen ‚autonomes Fahren‘ und ‚Sicherheit‘ optimal zu verbinden. Als einer der weltweit größten Automobilzulieferer mit umfassender Kompetenz in den Bereichen Antrieb, Fahrwerk, aktive und passive Sicherheit sowie durch zahlreiche strategische Beteiligungen und Partnerschaften sind wir dafür in allen relevanten Bereichen optimal aufgestellt.“

Eine Herausforderung bleiben auf absehbare Zeit die extrem kurzen Zeitfenster, die den Sensoren, der Sensorfusion sowie den Aktuatoren zur Verfügung stehen, um potenzielle Unfallrisiken eindeutig zu erkennen und situationsgerecht zu reagieren. Auf der Basis von aktuellen Unfallstatistiken haben ZF-Experten einen umfangreichen Szenarien-Katalog für Frontal- und Seitenaufpralle erstellt und analysiert: In mehr als 60 Prozent der ausgewerteten Fälle lag der Zeitpunkt, an dem eine Kollision unvermeidbar war, bei unter 500 ms vor dem Unfall. In bestimmten Szenarien, etwa bei Gegenverkehr mit hohen Relativgeschwindigkeiten, überwiegend sogar bei unter 300 ms. Innerhalb dieses Zeitraums müssen Fahrzeuge also reagieren, um durch integrierte Sicherheitssysteme zumindest die Auswirkungen des Aufpralls für die Insassen abzumildern. Um diesen hochkomplexen Herausforderungen gerecht zu werden, entwickelt ZF schnell taktende Sensoren sowie ein gestuftes umfassendes Sensorkonzept. Durch seine Aktivitäten in Richtung Car2X/5G will das Unternehmen mittelfristig sogar die nicht per Sensor erkennbaren Unfallszenarien – wie beispielsweise in extrem unübersichtlichen, gewachsenen europäischen Innenstädten – in den Griff bekommen.

Um in unvermeidbaren Unfällen maximalen Schutz gewährleisten zu können, sind innovative integrierte Sicherheitssysteme erforderlich. An entsprechenden Lösungen arbeitet ZF mit Hochdruck, dabei werden auch Schutzsysteme in alternativen Einbauräumen – wie etwa im Dach oder im Sitz – weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht. Zusätzlich entwickelt ZF neue Schutzsysteme wie z.B. den Center-Airbag. Dieser hilft übermäßige laterale Kopfbewegungen des Fahrers und Zusammenstöße mit dem Beifahrer beim Seitenaufprall zu verhindern. Hierbei stellen flexibel gestaltbare Fahrzeuginnenräume – beispielsweise durch bewegliche Sitze in automatisiert fahrenden Fahrzeugen – die größte Herausforderung für den Insassenschutz dar.

Eine weitere unerlässliche Voraussetzung für automatisiertes Fahren in den Stufen 3 und 4 sind sichere und eindeutige Übergabeszenarien zwischen Fahrer und Fahrzeug. „Je mehr Bewegungs- und Beschäftigungsfreiheiten die Insassen in automatisierten Fahrzeugen genießen können, umso wichtiger ist aus unserer Sicht die aktive Überwachung desjenigen, der im Bedarfsfall eingreifen soll“, so Gollewski. „Nur wenn der designierte Fahrzeugführer durch eine entsprechende Sensorik wieder einsatzbereit ist, können wir die Fahraufgabe – nach einer unmissverständlichen Kommunikation – an den menschlichen Piloten zurückgeben“.

„Auch wenn derzeit noch nicht alle Herausforderungen auf unserem Weg zur Vision Zero lösbar sind, so werden Verkehrsteilnehmer weltweit erheblich von unserem umfassenden Know-how im Bereich Umfeldsensorik, autonomes Fahren und Insassenschutz profitieren“, ist sich Torsten Gollewski sicher, „Allein die weltweite Einführung aller bereits heute von ZF verfügbaren Sicherheitssysteme könnte die Zahl der Unfallopfer im Straßenverkehr schon jetzt deutlich reduzieren.“

KONTAKT

Robert Buchmeier

Leiter Technologie- und Produktkommunikation

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